Netzfrequenz

Im Europäischen Verbundnetz wird die Frequenz idealerweise konstant bei 50 Hz gehalten. Hierfür verantwortlich sind viele (Übertragungs-) Netzbetreiber von Portugal bis in die Türkei und von Griechenland bis nach Estland. Die Frequenz kann wie ein Puls interpretiert werden — der Puls des Stromnetzes. Zugegeben, verglichen mit dem Puls eines biologischen Lebewesens hat der Puls des Netzes eine eher “langweilige” sinusoidale Grundschwingung von eben 50 Hz. Berücksichtigt man jedoch die Anzahl der Akteure, welche für diese Stabilität sorgen, ist dies mindestens genauso interessant wie das Zusammenspiel innerhalb eines Lebewesens, sodass auch dessen Puls stabil bleibt.

Stabil bleibt dieser Puls aber nicht von selbst. Weicht die gemessene Frequenz von der Sollfrequenz ab, ist die gemessene Schwingung entweder “schneller” oder “langsamer” als der Takt, dem sie folgen sollte. Im Orchester entspricht dies einem Ensemble, das schneller oder langsamer spielt als vom Komponisten vorgesehen. Dann muss der Dirigent eingreifen. Im Stromnetz wird diese Rolle von allen Akteuren übernommen, welche aktiv an der Frequenzregelung teilnehmen. Bleibt die Abweichung bestehen, schlägt sie sich in der Netzzeitabweichung (NZA) nieder: Das Netz läuft messbar vor oder nach, was kontinuierlich berechnet und überwacht wird.